Um technische Lösungsmöglichkeiten dahingehend zu Etablieren, dass ein
wirksamer Schutz auch Anwendung findet, sind Provider, ISP und Hosting- Anbieter gleichermaßen, wie Internetverbände und Beschwerdestellen z.B. aus dem INHOPEVerband mit einzubeziehen. Gerade durch die Studie der Leibniz Universität Hannover wurde deutlich, dass die Mehrzahl des kinderpornographischen Materials sich nicht im WWW sondern in geschlossenen Bereichen befindet.
Die daraus resultierende Strategie umfasst daher:
- die Altersverifikation von anonymen Benutzern in Chaträumen / Foren,
- das automatisierte Scannen im „unsichtbaren“ Netz (UseNet)
- das Aufspüren von Botnetzen mit Kinderpornographie.
Weiterhin soll ebenso das Einstellen von kinderpornographischem Material ins Internet von mobilen Geräten, sowie das Versenden und Übermitteln untereinander erschwert bzw. verhindert werden.
Zunächst sollen die verschieden Unternehmen, zu deren Geschäftsfeld die elektronischen Kommunikation gehört, in verschiedene Bereiche geteilt werden.
Die Zugangsprovider könnten wie folgt tätig werden:
- Bereitstellen von zusätzlicher Schutzsoftware (z.B. Browser-Filter, Schutzrouter, o.ä.)
- Verbesserung der Kommunikation mit den Strafverfolgungsbehörden
- Schaffung von Präventionsmöglichkeiten (Hinweise auf WebSites, Pop-ups beim Hochladen…)
Die Betreiber von Internetinhalten (u.a. Social Media, Kaufplattformen, Partnerbörsen) könnten demnach u.a. die
- Software-Infrastruktur anpassen (z.B. über ein aktives CMS) und die daraus
- verbesserte Überwachung von Aktionen (z.B. bei Partnerbörsen)durchführen.
- Zudem könnten verbesserte (auch automatisierte) Kontrollen von Inhalten in Sozialen Netzwerken den Zufluss vonKinderpornographie sowie dessen Anbahnungshandlungen erschweren.
Daraus resultieren die Arbeitsschwerpunkte der Einbindung in die Auswertung der Zentralen Datenbank z.B. von INHOPE.
Des weiteren führt die Bestandsaufnahme über laufende Projekte zur Bekämpfung von Kinderpornographie zur Bildung von Synergien um die Ideen und Bestrebungen des Bündnisses White IT zu einem Erfolg werden zu lassen.
Ein weiteres Faktum aus der Studie der Leibniz Universität Hannover ist die Notwendigkeit von automatisiertem Scannen und Auswerten der Foren des USENET auf Kinderpornographie. Dabei soll erreicht werden, dass durch regelmäßiges und automatisiertes Scannen, Bilder mit kinderpornographischem Hintergrund herausgefiltert und klassifiziert werden können. Dazu ist eine lernfähige Bild / Videoerkennungs- Software notwendig, die anhand von bestimmten Merkmalen Kinderpornographie erkennen und klassifizieren kann. Alle Informationen darüber
sollen den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung gestellt werden.
Ein weiteres Verbreitungsphänomen gewinnt durch die Integration von mobiler Telefonie und Internet an Bedeutung. Daher ist es ebenfalls ein strategisches Ziel, Mobile Devices, wie Smartphones mit Lösungsmöglichkeiten zu versehen.
Eine inhaltsbasierte -freiwillige- Filterung der kinderpornographischen Inhalte (Video, Bilder), die über Mobile Devices übertragen werden können, wird als eine realisierbare Möglichkeit angesehen. Um dieses Ziel zu erreichen ist es notwendig einen breiten Konsens mit den Mobilfunkanbietern zu erreichen.


